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Was tun, wenn ein Hochwasser droht?

Mit den Hochwassergefahren- und -risikokarten liegen Erkenntnisse darüber vor, wo und mit welcher Wahrscheinlichkeit es zu Hochwasserereignissen kommen kann. Darauf aufbauend wurden für die Gemeinde die Risiken analysiert und geeignete Abwehrmaßnahmen in einem Bericht zusammengestellt.

Für deren Umsetzung hat der Gemeinderat dem von der Verwaltung erstellten Alarm- und Einsatzplan bei Hochwasser am 20.02.2018 zugestimmt.
Damit sind die von der Gemeinde zu erfüllenden Aufgaben definiert.

Sich als Bürger nun darauf zu verlassen, die Gemeinde sei deshalb für alle vorbeugenden und abwehrenden Maßnahmen sowie für die Schadensbeseitigung zuständig, wäre allerdings zu kurz gedacht.
Ein wesentlicher Teil dieses Aufgabenspektrums liegt auch im privaten Vorsorgebereich, da die Kommune bei drohenden oder eingetretenen Schadensereignissen nicht alles und überall oder zur selben Zeit abdecken kann. Dafür reichen sowohl die personellen wie auch die technischen Ressourcen nicht aus.

Wir wollen deshalb über die Pflicht und Möglichkeiten der Eigenvorsorge für den Hochwasserfall informieren!



INFORMIERT SEIN HEISST VORBEREITET SEIN:

Verfolgen Sie die aktuellen Wettermeldungen und Hochwasserwarnungen, informieren Sie Mitbewohner und Nachbarn:

Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg
www.hvz.baden-wuerttemberg.de
Mobil: www.hochwasserzentralen.info/mobile/bw.html
Kontakt per Mail: hvz@lubw.de
Kontakt per Telefon bei Hochwasser: 0721 9804-0

Wetterwarnungen
www.dwd.de
www.unwetterzentrale.de

MASSNAHMEN BEI DROHENDEM HOCHWASSER:
•   Entfernen Sie Fahrzeuge aus gefährdeten Gebieten und parken Sie diese auf Anhöhen bzw. ungefährdeten Gebieten.
•   Räumen Sie früh genug hochwassergefährdete Räume aus. Priorität haben elektrische Gegenstände und Gegenstände mit ideellem Wert. Eine weitere Möglichkeit ist das Hochbocken: Auf je zwei Böcke (am besten Metallböcke) werden dicke Bretter gelegt und darauf die Möbel gestellt.
•   Sorgen Sie dafür, dass der Strom und Heizung in überflutungsgefährdeten Räumen abgeschaltet ist (Stromschlaggefahr!). Drehen Sie die Haupthähne für Gas und Wasser ab. Schließen Sie vorhandene Wassereinläufe und Rückstauklappen im Keller.
•   Kontrollieren Sie Ihren Öltank (sofern vorhanden). Droht dieser aufzuschwimmen, füllen Sie den Tank mit sauberem Wasser, um die nötige Gewichtskraft zu erzeugen. Die Kosten für die Trennung des Heizöls und Wassers stehen in keinem Verhältnis zu den entstehenden Schäden durch ausgelaufenes Öl und werden in der Regel vom Versicherer ersetzt. Lagern Sie gefährliche Stoffe oder Chemikalien aus (z. B. Lacke, Farben, Pflanzenschutzmittel).
•   Dichten Sie gefährdete Türen, Fenster und Abflussöffnungen ab. Zum Abdichten von Räumen können Sie Schalbretter, wasserfeste Sperrholzplatten und Silikon verwenden.
•   Bauen Sie Wasserbarrieren mit Sandsäcken oder alternativ mit Müllsäcken. Befüllen Sie die Säcke maximal 2/3 voll und schlagen Sie die Öffnungen beim Stapeln einfach um. Stapeln Sie die Sandsäcke im dichten Verbund ähnlich wie eine Ziegelmauer.

VERHALTEN IM HOCHWASSERFALL
•   Bewahren Sie Ruhe. Handeln Sie überlegt.
•   Der Schutz von Menschenleben hat oberste Priorität! Machen Sie sich bewusst, dass die Menschenrettung Vorrang vor dem Erhalt von Sachwerten hat! Bringen Sie rechtzeitig Kinder, Kranke und Senioren aus der Gefahrenzone in Sicherheit!
•   Befolgen Sie die Anweisungen der Einsatzkräfte.
•   Beachten Sie bei Notrufen an die Feuerwehr, dass im Hochwasserfall zahllose Notrufe eingehen. Überlegen Sie, ob der Notruf tatsächlich notwendig ist oder ob eine Problemlage nicht durch nachbarschaftliche Hilfe gelöst werden kann.
•   Gehen Sie bei Überschwemmungsgefahr nicht in den Keller oder Tiefgarage. Gefahr von Ertrinken und Stromschlag!
•   Vermeiden Sie den Wasserkontakt. Das Wasser kann stark verunreinigt sein.
•   Das Hochwasser fließt oft mit hohen Geschwindigkeiten – halten Sie Abstand!
•   Betreten Sie keine Uferbereiche auf Grund der Überspülungs- und Abbruchsgefahr.
•   Befahren Sie keine überfluteten Straßen. Starke Strömung kann das Auto mitreißen. Dringt Wasser in den Motorraum, droht Totalschaden.
•   Fahren Sie auf Hochwasser führenden Gewässern nicht unnötig mit einem Privatboot. Es besteht die Gefahr der Wellenbildung und von Unterwasserhindernissen.
•   Informieren Sie bei austretenden Schadstoffen oder Gasgeruch umgehend die Feuerwehr bzw. den Versorgungsbetrieb.
•   Warten Sie mit dem Auspumpen des Wassers im Keller, bis das Hochwasser komplett abgelaufen ist. Andernfalls drohen dauerhafte Beschädigungen am Mauerwerk, eine Beeinträchtigung der Standfestigkeit des Gebäudes oder ein Aufschwimmen des Gebäudes.

In einer der nächsten Ausgaben des „Murgtalbote“ informieren wir über empfohlenen Maßnahmen im privaten Bereich, wenn das Hochwasser abläuft.

Wie sich beim jüngsten Hochwasser gezeigt hat, sind Einsatzorte mobiler Hochwasserschutz (HydroBaffle) an folgenden Stellen sinnvoll:

Einsatzorte mobiler Hochwasserschutz (HydroBaffle)
Schönmünzach Schönmünzstraße / Am Stuhlberg
Huzenbach entlang ehem. Sägewerk Gaiser
Röt unterhalb Sägewerk Morlok
Klosterreichenbach Märtesweiher
Reichenbacher Höfe Umspannstation EnBW
Tonbach Tonbachstraße
Baiersbronn Wehranlage Gemeindewerke
Alte Krone, Sankenbachstraße
Sankenbachsee
Uferweg bei Baiersbronn Karton
Mitteltal Ödenhofweg / L 401
Obertal evtl. L 401 bei BT-Nebenstelle / Hotel Adler
evtl. Rotmurgstraße / Furt

Diese Liste muss sicher von Fall zu Fall angepasst, ergänzt oder geändert werden.

Die HydroBaffle werden sukzessive ab diesem Jahr erworben. Im Haushaltsplan 2018 sind dafür zunächst 140.000 € (500 m) eingestellt.


- Ordnungsamt -

 
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Letzte Änderung: 06.06.2018 / 16:57 Uhr
Ausgedruckt am 19.06.2018 / 06:45