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Röt-Schönegründ

Wie Klosterreichenbach liegt auch Baiersbronn-Röt murtalabwärts. Röt besteht aus einem Ortskern und aus dem Teilort Schönegründ.

Urkundlich wird Röt 1282 zum ersten Mal genannt. Im Reichenbacher Schenkungsbuch vom 15. Mai 1282 wird ein Hofgut "Rovide" genannt. Im selben Jahr taucht auch der Name "Röhdt" zum ersten Mal auf: Das Kloster Reichenbach schenkte den Rittern von Neuneck eine Vogtei, im Bereiche von "Röhdt". Diese Vogtei wurde 1374 vom Kloster wieder zurückgekauft.

Im 15. Jahrhundert war Röt schon zu einem stattlichen Ort angewachsen. 1427 wurden in Röt bereits 25 Bauern genannt, was aber für eine längere Zeit (bis ca. 1750) der grösste Bevölkerungsstand bleiben sollte.

Das 16. und 17. Jahrhundert war für Röt nicht die beste Zeit, denn eine Vielzahl von Schreckensereignissen suchte den Ort heim. So wütete im Jahre 1557 in Röt ein schwerer Befall von Aussatz unter der Bevölkerung und forderte eine Vielzahl von Toten.

Während der Bauernkrieg fast unbemerkt an Röt vorbeigegangen war, traf der 30-jährige Krieg (1618 - 1648) Röt mit seinem ganzen Schrecken. 1634 besetzen kaiserliche Truppen das Murgtal und ein in Röt einquartierter Rittmeister forderte hohe Abgaben von der leidenden Bevölkerung.

Aus dem 17. Jahrhundert ist für Röt eine sehr detaillierte Karte erhalten geblieben, die wichtige Hinweise auf die Geschichte des Ortes gibt. So zeigt diese Karte die Ruine der Burg Königswart, wie sie sich auch heute noch auf dem Schlößlesberg oberhalb von Schönegründ befindet. Ebenfalls lässt sich durch diese Karte auf zwei Bergwerke in besagtem Schlößlesberg schließen, in deren Nähe auch einzelne Gebäude für die Grubenarbeiter eingezeichnet sind. Einige Zeit war in diesen Gruben Silber abgebaut worden.

Nach den Angaben in dieser Karte gab es auch schon frühzeitig eine Kirche in Röt, die sich auf dem Schulbühl befand und als Ortsmitte alle anderen Gebäude überragte.

1812 fielen sowohl diese Kirche als auch der gesamte Ortskern einer verheerenden Brandkatastrophe zum Opfer. Neben einem der Bauernhöfe, dem "Hinteren Labbronnen", war in einer Hütte beim Harzsieden ein Feuer ausgebrochen.
Plötzlich aufkommender Südwestwind trieb die Flammen schnell auf den benachbarten Hof zu. Da die Häuser nur mit Stroh und Holzschindeln bedeckt waren, fraß sich das Feuer in kürzester Zeit durch den gesamten Ort. Sämtliche Häuser des Ortskern, sowie Teile des Waldes fielen den Flammen zum Opfer. Lediglich einige abseits stehende Höfe blieben von Röt übrig.

Nachdem das Feuer gelöscht war, blieb der Bevölkerung nichts anderes übrig, als sich an den Wiederaufbau des Ortes zu machen. Innerhalb eines Jahres war Röt, bis auf die Kirche, wieder in seiner ursprüngliche Grösse errichtet.

Nach diesem Neuaufbau stagnierte allerdings die Entwicklung des Ortes. Nur wenige Häuser, darunter das Schul- und Rathaus, wurden in den folgenden Jahren in Röt errichtet.

Erst ab 1890 begann in Röt eine rasante Entwicklung durch den Zuzug von Bürger und der Ansiedlung von Industriebetrieben. Bis zum Jahre 1914 hatte sich die Anzahl der Häuser in Röt verdoppelt.
Zwei um 1900 errichtetet Sägewerke brachten Arbeitsplätze für die Bevölkerung. Aufgrund der grossen Nachfrage nach dem Schwarzwald-Holz konnten in den folgenden Jahren noch weitere Sägewerksbetriebe folgen.

Im 20. Jahrhundert wurde erstmals die Frage nach einem Ersatz für die abgebrannte Kirche wieder laut. 1907 entstand so eine methodistische Kapelle, 1926 eine evangelische und 1959 eine neuapostolische Kirche.

Die neugeschaffene Bahnstrecke brachte 1928 für Röt den Anschluß an das untere Murgtal und an Freudenstadt.

Der Röter Teilort Schönegründ ist sehr viel jünger als der Mutterort. Um 1700 taucht erstmals dieser Name auf. Er kommt nicht, wie viele meinen könnten von " schöne Gründe", sondern von "schöne Grinde", was auf den Bergrücken des Schlößleberges anspielt.

Die am Fuße des Schlößleberges liegende Bergarbeiteransiedlung drohte bereits Anfang des 18. Jahrhunderts zu verfallen, nachdem die Silberminen aus wirtschaftlichen Gründen aufgegeben waren.
Einige der arbeitslosen Bergarbeiter erwarben vom Kloster Reichenbach umliegende Wiesen- und Waldgrundstücke um sich so Grundlage für Ihren Lebensunterhalt zu schaffen.
Durch Waldbauern, Holzhauer und Tagelöhner entwickelte sich Schönegründ bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zu einer kleineren Siedlung, die sich in der folgenden Zeit, zusammen mit dem Kernort stetig fortentwickelte.

1969 schließen sich Röt und der Teilort Schönegründ der Gesamtgemeinde Baiersbronn an.

 

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Letzte Änderung: 16.07.2008 / 08:45 Uhr
Ausgedruckt am 15.07.2019 / 20:12