baiersbronn.de
DRUCKVERSION
zur Suche
zur Navigation
zum Inhalt
zum Seitenfuß

Gemeindearchiv

Im Gemeindearchiv in Baiersbronn-Friedrichstal befindet sich eine Vielzahl historischer Dokumente der Gemeinde Baiersbronn.

 
Gemeindearchiv in Friedrichstal mit Michaeliskirche im Hintergrund

Kniebisweg 18a
72270 Baiersbronn-Friedrichstal
Tel.: 07442/121663
info@gemeindearchiv-baiersbronn.de

Archivarin:

Dorothee Kühnel

Öffnungszeiten:

Das Archiv ist jeden Mittwoch von 10.00 Uhr - 12.00 Uhr geöffnet. Unter der Telefonnummer 07442/121663 können auch individuelle Termine vereinbart werden.

 

Gemeindearchiv seit Januar 2013 wieder geöffnet

Lesen Sie den hierzu erschienenen Bericht des Schwarzwälder Bote nachfolgend im pdf-Format.

Text und Foto im Original:
Monika Braun für Schwarzwälder Bote

Wir möchten uns an dieser Stelle beim Verlag für die freundliche Unterstützung herzlich bedanken!

 
49.4 KB
Von links Bürgermeister Michael Ruf, Dorothee Kühnel und Marc Hinzer im
Gemeindearchiv in Friedrichstal

Entstehung des Gemeindearchivs Baiersbronn

Das Gemeindearchiv Baiersbronn ist eine Einrichtung, die allen Bürgern Baiersbronns sowie allen Interessierten offensteht. Im Archiv werden die Akten der Gemeindeverwaltung dauerhaft aufbewahrt, die in der Verwaltung nicht mehr benötigt werden. Darüber hinaus wird die Zeitung „Schwarzwälder Bote" gesammelt, davor seit dem Jahr 1820 „Der Grenzer". Gesammelt werden auch die Ausgaben des Murgtal-Boten, Landkarten von Baiersbronn und Umgebung, Ansichten und Postkarten sowie Bücher über die Geschichte von Baiersbronn.

Zur Vorgeschichte des Gemeindearchivs
Die älteste bekannte Notiz hierzu stammt aus einem „Befehl-Buch" aus dem Jahr 1824: „Es herrscht in Baiersbronn schon seit langer Zeit die tadelnswürdige Gleichgültigkeit, dass alte, ... wichtige ... Documente, nicht gehörig gesammelt ... und aufbewahrt werden." Es wurde festgestellt, dass dies nachteilig für die Kommune sei und dass ab sofort wichtige Dokumente und Dekrete in ein besonderes Buch eingetragen werden sollten, damit sie jederzeit verfügbar seien. Dies wurde dann auch so gehandhabt und hat sich sicher positiv auf die Amtsführung des Schultheißen und seines Gemeinderats ausgewirkt.

Wo war früher das Archiv?
Zunächst wurden die alten, nicht mehr benötigten Akten im Rathaus aufbewahrt. Später irgendwann, als die Platznot größer wurde, gelangten die Baiersbronner Akten auf den Dachboden der damaligen Oberschule. In den bis Anfang der 1970er Jahre selbstständigen Gemeinden Klosterreichenbach, Schwarzenberg-Schönmünzach, Rät und Huzenbach war die Lage ähnlich. Hier wurden die Akten auch mal unter dem Kirchendach oder im Keller des Rathauses gelagert. Im Jahr 1939 bemängelt die Württ. Archivdirektion, dass „in Heselbach auf dem Bühnenboden der Dorfkirche Forstakten und Lagerbücher von ca. 1648 in großer Unordnung und in nächster Nähe von Kohlen aufbewahrt werden".
Alles keine idealen Plätze, denn Akten bestehen zumeist aus Papier und das ist anfällig für Feuchtigkeit - aber auch für Taubendreck oder Mäusefraß.

Doch es wurde nicht besser. Aus dem Jahr 1950 ist ein Brief erhalten, in dem der damalige Kreisarchivpfleger Dr. Rommel an das Bürgermeisteramt in Baiersbronn schreibt: „Die Alt-Registratur der Gemeindeverwaltung ist seit Jahren in einem großen Zimmer im Dachgeschoss des Oberschulgebäudes untergebracht. Anlässlich der Besetzung von Baiersbronn wurde auch dieser Raum von Angehörigen der Besatzungsmacht durchstöbert. Im Raum befanden sich eine Anzahl alter Gewehre. Die Besatzungs-Angehörigen warfen, mit wenigen Ausnahmen, alles was sich in diesem Raum befand, durcheinander. Ein Teil der Akten wurde auf die Straße geworfen. Der Raum blieb vermutlich lange Zeit nicht verschlossen, so dass auch ein Teil der Akten wahrscheinlich den ,Altpapier-Räubern' zum Opfer fiel.

Die jetzige Gemeindeverwaltung trägt an diesen Zuständen keine Schuld. So gut es ging und Kräfte zur Verfügung standen, wurden die Akten wieder eingeordnet."

Der Gemeinderat beschließt die Einrichtung eines Gemeindearchivs
Erst 1978 änderte sich die Lage, als der Gemeinderat beschloss, in dem ehemaligen Schulgebäude in Friedrichstal ein Gemeindearchiv einzurichten und zwar nicht nur für den Mutterort Baiersbronn, sondern auch die Alt-Akten der neu hinzugekommenen Teilorte sollten hier sicher aufbewahrt werden. Seit 1976 stand das Schulgebäude leer und es erwies sich als geeignet für die Einrichtung eines Archivs.

Wilhelm Günter war damals bereits ehrenamtlich für das Archiv zuständig und hat dann ab 1979, als frisch pensionierter Oberlehrer, über mehrere Jahre hinweg, zusammen mit dem damaligen Kreisarchivar Dr. Gerhard Wein, aus Baiersbronn und allen Teilorten die alten Akten von den Dachböden und aus den Kellern geholt, gesäubert und in Friedrichstal archivgerecht verpackt und dann systematisch geordnet aufgestellt. Die Mühe, die diese Arbeit machte und ihr Wert für die Gemeindegeschichte, können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Darüber hinaus überlegte sich W. Günter die sinnvolle Aufstellung von Regalen für das Archivgut und erbot sich sogar, diese selbst zusammenzuschrauben! Bis 2001 wirkte er erfolgreich als Archivar für die Gemeinde. Besonders erwähnt werden muss auch noch, dass er nicht nur unzählige Aufsätze zu genealogischen, geologischen odervolkskundlichen Themen schrieb, sondern auch viele Stammbäume anfertigte, was nur durch seine vertieften Kenntnisse der Baiersbronner Familien und ihrer Verbindungen untereinander möglich war. Die Stammbäume und seine Aufsätze werden im Gemeindearchiv aufbewahrt. Ab 2001 war dann Klaus M. Heckmanns als Gemeindearchivar tätig. Er begann die Archivalien mit Hilfe des Computers zu verzeichnen, eine wichtige Arbeit, um auch Nicht-Eingeweihten einen Überblick über die Bestände zu ermöglichen. Er arbeitete bis zu seinem Tod im Jahr 2011 im Archiv. Seit Januar 2013 ist die Stelle neu besetzt und das Archiv wieder regelmäßig für Benutzer und Besucher aus nah und fern geöffnet. Inzwischen hat sich ein Kreis von Interessierten zusammengefunden, die sich mit Ahnenforschung oder der Heimatgeschichte beschäftigen. Auch ehrenamtliche Mitarbeiter konnten nun für die Arbeit Im Archiv gefunden werden, so dass die bisher geleistete Arbeit sinnvoll fortgesetzt werden kann.

Interessierte sind im Archiv immer willkommen.

Text und Fotos: Dorothee Kühnel, Archivarin

 

Den Text über die Entstehung des Gemeindearchivs Baiersbronn mit Fotos können Sie hier im pdf-Format nachlesen.

 
Letzte Änderung: 27.06.2017 / 10:04 Uhr
Ausgedruckt am 24.03.2019 / 18:35